FSME-Risiko auf deutschen Sportplätzen

Jun 18, 2018 | ABNW-News

In einer von April bis Mai 2018 von Pfizer durchgeführten Untersuchung zeigte sich, dass auf Deutschlands Fußballplätzen Zecken zuhause sind. Das ist nicht weiter verwunderlich, da sich die Parasiten in Gras und Büschen sehr wohl fühlen, beides häufig auf und um Sportplätze herum zu finden. Auf sächsischen Fußballplätzen zeigte sich mit 39 Zecken/120m² eine hohe Zeckendichte. Verwendet wurde hierbei die Flaggmethode bei der sich Zecken an einem Flanelltuch festkrallen, das über den zu untersuchenden Boden gezogen wird.

Die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Zecken sind von der Art lxodes ricinus, auch gemeiner Holzbock genannt. Er kann Überträger der Borreliose aber auch des FSME-Virus sein. Teile Ostsachsens und der Vogtlandkreis zählen zu den FSME- Risikogebieten. Auch bei einem Wanderurlaub in Bayern oder Baden-Württemberg besteht eine Infektionsgefahr. Bis zu 5% der Zecken im Risikogebiet sind mit dem FSME-Virus infiziert.

Eine Infektion zeigt sich etwa ein bis zwei Wochen nach einem Zeckenbiss mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen auf die ein symptomfreies Intervall folgt. Danach kann es zu einer zweiten Krankheitsphase mit neurologischen Auffälligkeiten und einer Meningoenzephalitis kommen. Eine kausale Therapie ist nicht möglich.

Neben der immer empfohlenen Expositionsprophylaxe besteht für Bewohner von Risikogebieten oder vor Reisen in ein FSME-Endemiegebiet die Möglichkeit einer aktiven Immunisierung, bestehend aus einer Grundimmunisierung und Auffrischimpfung alle drei bis fünf Jahre. Eine Schutzimpfung gegen Borrelien existiert nicht.

Weitere Informationen und FSME-Karte:

Karte der FSME-Risikogebiete – Robert Koch-Institut (RKI)
FSME Ratgeber des Robert Koch-Instituts (RKI)
Pressemitteilungen – Pfizer Deutschland GmbH [PDF]

Abb: Richard Bartz – Creative-Commons-Lizenz
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zecken#/media/File:Ixodus_ricinus_5x.jpg
, abgerufen am: 18.06.2018