Neue FSME Risikogebiete

Feb 21, 2019 | ABNW-News

Das Robert-Koch-Institut hat aktuell ein Update der FSME-Karte veröffentlicht. Insgesamt wurden fünf neue FSME-Risikogebiete identifiziert, darunter der Landkreis Emsland in Niedersachsen, welcher untypischerweise an kein anderes Risikogebiet angrenzt.

In Sachsen hat sich der Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge ebenfalls als Endemiegebiet herausgestellt. Drei weitere neue Risikolandkreise befinden sich in Bayern. Damit sind deutschlandweit 161 Kreise als FSME-Risikogebiete klassifiziert. Des Weiteren wurden auch in Bundesländern ohne FSME-Risikogebiete Infektionen mit dem Virus beobachtet. Während der Zeckensaison ist also deutschlandweit an das Virus als Differentialdiagnose von Infektionen des zentralen Nervensystems zu denken.

Die Frühsommermeningoenzephalitis wird durch das FSME-Virus verursacht, welches fast ausschließlich durch einen Zeckenstich übertragen wird. Die Hauptsaison ist damit vor allem zwischen April und November. Zu Symptomen kommt es im Falle einer Ansteckung zwar selten, symptomatische Verläufe können allerdings mit neurologischen Ausfällen einhergehen und Residuen hinterlassen.

Im letzten Jahr wurden insgesamt 583 FSME-Infektionen an das RKI übermittelt, gegenüber dem Vorjahr ist somit ein Anstieg der Inzidenz um 20% zu verzeichnen (2017: 486 Fälle). Im Betrachtungszeitraum von 2002 bis 2018, stellt diese Fallzahl das Maximum dar. Denkbare Ursache könnten die insgesamt warmen Temperaturen im Jahr 2018 sein. Insgesamt sind die Fallzahlen der letzten Jahre schwankend. Ein Trend ist nicht zu erkennen.

Die Behandlung der FSME erfolgt rein symptomatisch. Eine kausale Behandlungsoption steht nicht zur Verfügung. Umso wichtiger ist neben allgemeinen Maßnahmen, wie der Anwendung von Insektensprays, die Impfung von Bewohnern und Besuchern der Endemiegebiete. Immerhin waren von den 583 betroffenen Patienten im letzten Jahr 98% ungeimpft.


Aktuelles epidemiologisches Bulletin des RKI
[abgerufen am 21.02.2019]

FSME-Karte des RKI [PDF, abgerufen am 21.02.2019]