West-Nil-Virus Infektion nach Mückenstich in Sachsen

Sep 30, 2019 | ABNW-News

Diesen Monat wurde in Deutschland erstmals das West-Nil-Virus als Auslöser einer Meningoenzephalitis nachgewiesen. Die Behandlung des 70-jährigen Patienten erfolgte am Klinikum St. Georg in Leipzig. Symptome hatte dieser bereits Mitte August bemerkt. Eine vorherige Auslandsreise ist dabei nicht erfolgt. Mittlerweile konnte er genesen entlassen werden.

Das nun auch im Menschen nachgewiesene Virus, war bereits im Sommer des letzten Jahres mehrfach in Vögeln und Pferden in Deutschland isoliert worden. Beim Menschen erfolgte ein Nachweis des Erregers bislang nur bei Reiserückkehrern und einem Tierarzt in Bayern, welcher im Vorfeld einen infizierten Vogel behandelte. Eine Ansteckung durch einen Mückenstich ist nun erstmals der Fall.

Das West-Nil-Fieber ist eine endemisch vorkommende Zoonose. Infektionen traten in Europa in den letzten Jahren vereinzelt in südlichen Ländern auf. Die Übertragung des Virus geschieht über Stechmücken. Hauptwirt sind dabei Vögel. Infektionen beim Menschen verlaufen in 80% der Fälle asymptomatisch und bei 20% mit einer milden, unspezifischen Symptomatik. Bei unter 1% der Patienten kann es zur Entwicklung einer, unter Umständen auch tödlich verlaufenden, Meningoenzephalitis kommen.

Die Etablierung des Virus nördlich der Alpen ist wohl am ehesten auf die heißen Sommer und mildern Winter der letzten beiden Jahre zurückzuführen. Zum Beginn der kalten Jahreszeit nimmt das Risiko einer Ansteckung ab. Ein Auftreten weiterer Infektionen im nächsten Jahr ist allerdings nicht unwahrscheinlich.

Siehe auch: ABNW – Beitrag 08/2018

Quellen:
Epidemiologisches Bulletin Nr. 40, RKI Stand 30.09.2019
MDR Sachsen Stand 30.09.2019