Wissenslücken im Bereich antimikrobieller Therapien

Nov 19, 2019 | ABNW-News

Einer Umfrage zu Folge ist das Wissen über die antimikrobielle Behandlung europaweit unter medizinischen Fachkräften lückenhaft. Die Befragung wurde durch das Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) anlässlich des Europäischen Tages zur Sensibilisierung für Antibiotika vorgenommen. Dabei waren Unterschiede im Wissensstand in Abhängigkeit von Herkunftsland und Beruf deutlich ersichtlich. Das „Know-How“ der deutschen Mediziner reihte sich dabei auf Rang fünf, hinter Irland, Kroatien, Frankreich und Litauen, ein.

Gut geschultes medizinisches Fachpersonal ist im Kampf gegen multiresistente Bakterien essentiell. So erklärte die ECDC-Direktorin Andrea Ammon: „Wir müssen sicherstellen, dass ihr Wissen über die Prävention und das Auftreten dieser Bedrohung auf dem neuesten Stand ist, damit sie entsprechend handeln und die Patienten korrekt informieren können.“

Diese erste multinationale Untersuchung im Europäischen Wirtschaftsraum umfasste mehr als 18.000 ÄrztInnen, Pharmazeuten und andere Fachkräfte. Der Großteil der Mediziner zeigte ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Problematik der zunehmenden Antibiotikaresistenzen. Allerdings war 25% der Befragten nicht bekannt, das eine Antibiotikabehandlung das Risiko für eine Infektion mit resistenten Erregern erhöhen kann.

Dem europäischen Rechnungshof zufolge sind Infektionen mit multiresistenten Erregern Ursache für 33.000 Sterbefälle jährlich in der EU. Das Thema trägt daher eine hohe gesundheitspolitische Relevanz für ganz Europa.

Quelle: Die Zeit Stand 18.11.2019